Labradore vom Roringer Berg

 Liebhaberzucht  

Was bedeutet "Orale Toleranz"?

 "orale Toleranz" beschreibt den Vorgang, das der Magen-Darm Trakt lernt, die aufgenommene Nahrung als Nährstoffe zu erkennen. Dann erfolgt keine allergische Reaktion. Bei allen aufgenommenen Fremdstoffen wird unterschieden, ob sie potenziell gefährlich oder ungefährlich sind. Also  ob es sich um Erreger oder Nährstoffe handelt. Verschiedene Lymphozyten die Immunreaktionen unterdrücken, geben dem Immunsystem mit Hilfe von Botenstoffen die Information, gelöste Moleküle von der aufgenommenen Nahrung nicht anzugreifen. Durch die hohe Antigenspezifität der oralen Toleranz findet trotzdem die Abwehr gegen Krankheitserreger statt. Somit verhindert die orale Toleranz das ein Welpe, der beginnt fremde Nahrung aufzunehmen,  allergische Reaktionen entwickelt gegen diese Fremdstoffe. Sie sorgt dafür das dennoch der Welpe gegen Erreger geschützt ist.

Warum sollte nun die "orale Toleranz" bei der Fütterung der Welpen berücksichtigt werden?

Mittlerweile haben die Allergien und Futterunverträglichkeiten bei unseren Haustieren enorm zugenommen. 
Wahrscheinlich hat es damit zutun, das der Welpe meistens mit Fertigfutterprodukten von der Mutter entwöhnt wird. In den Fertigfutterprodukten sind 20-50 verschiedene Nährstoffe enthalten, die ein Welpe auf einmal zu sich nimmt. Somit neigen die Welpen dazu, keine orale Toleranz zu den bestimmten Nährstoffen zu entwickeln. Wenn man sich vor Augen führt, das es einige Tage dauert bis sich zu einem Nährstoff die orale Toleranz entwickelt, ist ein Welpe mit 20-50 Nährstoffen auf einmal überfordert.  Je mehr Nährstoffe gleichzeitig im Verdauungstrakt ankommen, desto wahrscheinlicher ist es, das sich nicht zu allen Nährstoffen die orale Toleranz entwickelt.
Die Welpen werden viel zu früh von der Muttermilch entwöhnt. So sind sie in einem Alter wo sie noch gar nicht in der Lage sind, die orale Toleranz zu entwickeln. Diese fängt womöglich erst ab der 4-5 Lebenswoche statt. 

Die Verdaulichkeit der Nahrungsmittel ist oft ein weiterer Grund. Hunde entwickeln häufig Allergien gegen Gluten was sich im Getreide befindet. Getreide wird schlechter verdaut. Wenn zu viel unverdautes Fressen im Darm resorbiert wird, ist die Chance auf eine Immunreaktion enorm hoch. Dann findet die orale Toleranz nur bedingt oder gar nicht statt.  
Wenn man hochverdauliche Lebensmittel wie Fleisch, Eier, Reis und Milchprodukte füttert, hinterlassen sie bei der Verdauung intakte Essenspartikel, die in den Darm gelangen. So kann die orale Toleranz problemlos stattfinden.

Nicht nur die Welpenfütterung ist für ein gesundes Hundeleben wichtig, sondern auch die Mutter der Welpen spielt dabei eine große Rolle. 
Wenn die Mutterhündin an Futterunverträglichkeiten oder Allergien leidet, gibt sie das mit ihrer Muttermilch an die Welpen weiter. Deshalb ist es genauso wichtig, das die Mutterhündin auch die orale Toleranz zu den einzelnen Nährstoffen entwickelt hat. 
Eine Hündin mit Allergien und Unverträglichkeiten hat meines Erachtens nichts in einer vernünftigen Hundezucht zu suchen. 

Fakt ist!
-Ein Welpe sollte solange wie möglich Muttermilch bekommen.
-So spät wie möglich den Welpen entwöhnen
-nach und nach neue Lebensmittel füttern
- B.A.R.F nur hochverdauliche Lebensmittel füttern
-nur wirklich notwendige Impfungen (Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Tollwut) je später desto besser impfen.
-nur entwurmen bei Befall

Impfungen die zu früh durchgeführt werden, können die orale Toleranz beeinflussen! In den Impfstoffen sind oft Fremdeiweiße vorhanden, die im Organismus Antikörper bilden können. Das führt zu der Verhinderung oder zum Verlust der oralen Toleranz. 

Entwurmungen finden beim Welpen schon das 1x nach 10-12 Tagen statt. Danach alle 2 Wochen. Wieso soll ein Welpe entwurmt werden, wenn kein Befall da ist? Das Microbiom wird durch diese Chemiekeule zerstört und stört auch die orale Toleranz. 

Zum entwurmen möchte ich noch gesondert Stellung nehmen!